Ein erster Zwischenstand

Januar 2019: Ein paar Monate ist es her, dass die Teilnehmer unseres Soja-Experiments "1000 Gärten 2.0" die lang umsorgten Sojabohnen endlich ernten konnten – Zeit für einen ersten Zwischenstand!

    Im Frühjahr 2018 war das Projekt 1000 Gärten 2.0 mit rund 1200 Anmeldungen gestartet. Davon blieben fast 800 Gärtnerinnen und Gärtnern bis zum Schluss dabei und schickten uns im Herbst/Winter ihre Erntepakete zu. Eine stattliche Zahl für ein solches Mitmachprojekt! Deshalb möchten wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr herzlich bedanken, die ihre Zeit und Energie in das Soja-Experiment gesteckt haben; natürlich auch bei denen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Bohnen einsenden konnten. Denn alle eingegebenen Daten helfen uns bei der Züchtungsarbeit weiter.

    Nachdem die Sojabohnen in der Landessaatzuchtanstalt in Eckartsweier, einer Außenstelle der Universität Hohenheim, angekommen waren, wurden sie zunächst gedroschen, das heißt, die Bohnen aus den Hülsen geschält. Dabei wurden die Wissenschaftler von maschinellen Parzellendreschern unterstützt. Als nächstes bestimmten die Pflanzenzüchter den Protein- und Ölgehalt der Sojabohnen. Sie nutzen dafür die so genannte Nahinfrarotspektroskopie: Eine spezielle Infrarotlampe strahlt die Bohne an. Anhand des Lichts, das von der Bohne aufgenommen wird und nicht zurückstrahlt, wird gemessen, welche Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen in der Hülsenfrucht stecken.

    Das meiste ist geschafft, nur noch ein paar hundert Ernteproben stehen aus. Eine wichtige Erkenntnis haben wir schon gewonnen: Zwar lag der Durchschnitt aller Proben bei einem Proteingehalt von 41,6%, es gab aber auch viele mit höheren Werten: Der höchste bisher gemessene Proteingehalt liegt bei 52,6%. Das ist vielversprechend, denn eine Sojabohne sollte mindestens um die 43% Eiweiß enthalten, damit man guten Tofu aus ihr machen kann. Im Anschluss an die Bestimmung der Öl- und Proteingehalte folgt das Auswerten der Daten, welche die Gärtnerinnen und Gärtner online eingegeben haben. Also Angaben zu Pflanzenhöhe oder Reifedatum, die uns Auskunft darüber geben, ob ein bestimmter Standort für den Sojaanbau geeignet ist.

    In der Zwischenzeit ist bei Taifun schon die erste Ladung mit vielversprechenden Kreuzungen angekommen. Sie werden hier zu kleinen Testtofus verarbeitet, denn in seiner Miniaturtofurei kann Taifun schon aus einer geringen Menge Sojabohnen einen kleinen Tofu herstellen. Einen Tag in der Woche ist das Labor für 1000 Gärten 2.0 reserviert, rund 25 Proben schaffen die Taifun-Mitarbeiter pro Woche.

    Die Auswertungen zum Projekt werden also noch das ganze Jahr andauern. Klar, denn Wissenschaft braucht Sorgfalt und Geduld. Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden!

    Januar 2019