Die Sojapflanzen scheinen lecker zu schmecken

    Irmgard, Pohlheim
    Gestern stellte ich fest, dass irgendjemand den oberen Teil meiner Sojapflanzen abfrisst. Meine Sojaversuchsfläche liegt mitten im Feld. Mit ein paar Freunden bauen wir dort Gemüse, umrandet von Wildblumenflächen, an. An das Grundstück grenzt ein verbuschtes Feldgehölz mit einer ehemaligen Streuobstwiese, also ein idealer Rückzugs- und Schutzort für Rehwild. Feldhasen sieht man ebenfalls durch die Gegend hoppeln. Da die Pflanzen von oben abgefressen wurden liegt es zunächst nahe, dass es ein Reh sein könnte. Bisher wurden nur Pflanzen aus bestimmten Reihen angefressen, andere Soja-Sorten, auch welche, deren Pflanzen schon etwas größer – oder auch kleiner – sind, wurden aber bis jetzt noch nicht angefressen. Bei all den anderen Gemüsepflanzen wie Bohnen, Tomaten, Mangold, Gurken, Zucchini, Paprika, Kartoffeln und Topinanbur (der Kohl ist durch ein Gemüsenetz geschützt) sehe ich keine Fraßspuren. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich einen Schutzzaun drumrum bauen oder nichts tun soll. Vielleicht könnte es ja eine interessante Erfahrung sein zu wissen, dass evtl. bestimmte Soja-Sorten – oder vielleicht auch alle? – eine Leibspeise für Wildtiere darstellen. Also meine Frage an das Betreuungsteam: Soll ich retten, was noch zu retten ist und einen Schutzzaun bauen oder nur weiter beobachten?Liebe GrüßeIrmgard

    Kommentar (1)

    • Tom

      02. Juli 2018 | Eintrag kommentieren
      Hallo Irmgard,
      Ich gehöre zwar nicht zum Betreuungsteam, aber dass manche Sojasorten Wirbeltieren gut schmecken, habe ich im letzten Herbst bei der FUNKE gesehen. Da FUNKE auch eine Sorte ist, die man zur Tofuherstellung benutzen kann, gehe ich von einem nur geringen Anteil an denutritiven Stoffen aus.
      Das dürfte auch bei den Taifun-Linien so sein. Mit anderen Worten: Wenn Du irgendetwas ernten willst, dann zieh einen Zaun, sonst werden nämlich selbst die ausgereiften Hülsen noch geknackt und ausgepalt.
      Der Verbiss, der sich jetzt zeigt, ist typisch für Rehe/Hasen/Kaninchen. Selektierende Wirbeltieren verbeißen die Triebspitzen, weil dort die meisten Nährstoffe vorhanden sind, und die neuen Zellen wenig Abwehrstoffe eingelagert haben. Dieser Verbiss ist an sich schon katastrophal für die Ernte, da die Linien die wir testen anscheinend wenig Neigung zur Verzweigung haben. Das Kappen der Terminalen beendet demnach die Blüte.

      Alles Gute für die Dich und Deinen 1000Garten, Tom

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