1000 Gärten 2.0 - Anmeldungen offen!

    Nach dem überwältigenden Erfolg des Pilotprojekts im Jahr 2016 startet jetzt die Fortsetzung der Forschungsinitiative. Für „1000 Gärten 2.0“ suchen Taifun und Universität Hohenheim wieder engagierte Hobbygärtner, Landwirte und Schulen im ganzen Land. Anmeldung ab sofort bis 28. Februar 2018 möglich.

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    Zweites Versuchsjahr soll Ergebnisse bestätigen

    2016 hatten die Universität Hohenheim und der Tofuhersteller Taifun-Tofu das Projekt „1000 Gärten - Das Soja-Experiment“ ins Leben gerufen. Ziel: Kreuzungen identifizieren, die in verschiedenen Regionen Deutschlands wachsen und sich zur Tofuherstellung eignen. Das innovative Konzept kommt an. 2.500 Anmeldungen von Gärtnern gehen ein, zahlreiche aufschlussreiche Daten werden erhoben, die Presse berichtet deutschlandweit. Nun wird die Soja-Initiative wiederholt.

    „Mit einem weiteren Versuchsjahr wollen wir die Genauigkeit und den wissenschaftlichen Nutzen des Projekts erhöhen“, erklärt Martin Miersch, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums für Sojaanbau und Entwicklung bei Taifun. Die erste Auflage habe gezeigt, dass partizipative Pflanzenforschung einen wichtigen Beitrag leisten kann, ergänzt Dr. Volker Hahn, Leiter des Arbeitsgebiets Sonnenblumen und Leguminosen der Landessaatzuchtanstalt an der Universität Hohenheim. „Mit der Wiederholung von 1000 Gärten wollen wir die Ergebnisse validieren und neue wissenschaftliche Fragestellungen angehen.“ Für die zweite Runde konnte die Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gewonnen werden.

    Engagierte Gärtner gesucht

    Die Projektpartner suchen nun Teilnehmer, die Lust haben, im kommenden Gartenjahr auf 6 Quadratmetern Sojabohnen auszusäen – und diese die Vegetationsphase über zu pflegen und zu beobachten. Hobbygärtner mit und ohne Schrebergarten sind genauso willkommen wie Schulklassen und Landwirte. Sie erhalten Versuchssaatgut von 12 verschiedenen Sojakreuzungen, die an die jeweilige Klimazone angepasst sind. So werden insgesamt im Projekt rund 1000 verschiedene Sojastämme getestet. Die Daten über Größe der Pflanzen, Ertrag und Reife erfassen die Sojagärtner auf einer eigenen Online-Plattform, damit sie wissenschaftlich ausgewertet werden können. Anhand der eingesandten Ernte werden schließlich Eiweiß- und Fettgehalt der Sojabohnen sowie Tofu-Eigenschaften untersucht. Die ganze Zeit steht das 1000 Gärten-Team den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite. „Aus dem ersten Projekt haben wir viel gelernt, was wir jetzt einfließen lassen können“, erzählt Martin Miersch.

    Für mehr Biodiversität

    1000 Gärten 2.0 will auch für das Thema Sortenvielfalt sensibilisieren. Die Sojabohne eignet sich gut dafür, die große, zunehmend bedrohte, Formenvielfalt bei Pflanzen zu zeigen, denn ob schwarz, gelb oder mit dunklem Nabel – die Familie der Sojabohne hat zahlreiche Mitglieder. Deshalb erhalten die Projektteilnehmer zusätzlich zum Versuchssaatgut für den eigenen Anbau Saatgut der Soja-Wildform (Glycine soja), einer Soja-Standardsorte und der neuen Edamame-Sorte Green Shell. Edamame-Bohnen werden grün geerntet, sind in Japan als Snack beliebt und erobern inzwischen auch die westliche Küche.

    Die Entwicklung von der Wildform zur Standardsorte zeigt auch, welche Fortschritte bereits durch klassische Züchtung erreicht wurden – ganz ohne Gentechnik. „Mit der innovativen Züchtungsmethode von 1000 Gärten können die Menschen ihren persönlichen Beitrag für eine nachhaltige Forschung leisten“, betont Dr. Volker Hahn. Die entstehenden Sorten seien frei von Patenten, das heißt, Züchter können das Saatgut weiterentwickeln. „Das macht uns unabhängig von weltweit agierenden Saatgut-Monopolisten.“

    Alle Informationen über die Teilnahmevoraussetzungen und Erfahrungsberichte aus dem vergangenen Projekt gibt es ab dem 15. Dezember 2017 auf dieser Homepage. Anmeldeschluss ist der 28. Februar 2018.

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